ENDLICH.ÖSTERREICH

Leben auf der Flucht
endlich.oesterreich
Grenz-Räume Asyl

Panorama08

Anders als Touristen präsentiert sich Österreich Flüchtlingen nicht mit Alpen, Sisi, oder Mozartkugeln, sondern mit kostengünstigen, leicht zu reinigen Lager-Architekturen. Der Mensch wird nicht umworben, sondern zum logistischen Problem, zum verwaltetem Objekt, zur Statistik. Der derzeitige Umgang mit Asylsuche in Österreich, wie auch in Europa, produziert vielschichtige mehrdimensionale Grenzräume. Die (Außen-)Grenze eines Landes verlagert sich in die Mitte einer Gesellschaft. Grenzlinie wird zu Grenzraum. Das Asylheim ist fremder Raum, inländisches Ausland, Grenze. Es wird überwacht, bewacht und kontrolliert. Lagerraum. Warteraum. Das Projekt versucht eine neue architektonisch künstlerische Sicht auf die bestehende räumliche Substanz des Einwanderungslandes Österreich zu entwickeln. Der derzeit stattfindende Diskurs um das stark politisierte Konfliktthema Asyl soll räumlich dokumentiert werden. Es werden Darstellungsmethoden der Architektur auf die bestehende räumliche Struktur von Erstaufnahmestellen, Bundesbetreuungsstellen, Fluchträume, Zwischenräume, Flüchtlingslager, Asylheime, Schubhaftzentren und Übergangsheime angewendet.
Die Dokumentation bildet ab ohne zu werten. Der Raum wird als Architektur betrachtet, dargestellt in technischen Zeichnungen und Beschreibungen. Zusätzlich wird der juristisch konstruierte „Rechtsraum“ indem sich die Flüchtlinge befinden visuell dargestellt. Wie sich im Laufe des Projekts gezeigt hat spielt dieser juristische Raum ein wichtige Rolle für die „Gestaltung“ der Räume des Asyls. Ziel ist es den IST-Zustand in einen IDEE-Zustand zu verrücken. Die Darstellung verfremdet, idealisiert das zu untersuchende Objekt, verändert den Kontext der Betrachtung. Die Realität kommt in dieser Darstellung der Gesellschaft in einem neuen, anderen Zustand nahe – als Planung, als Zeichnung, als Ziel, als Form, als Absicht.
Im Rahmen des Schütte-Lihotzky Stipendiums 2011 hat ASAP (ehemals AG3) mehrere Wohnobjekte in Wien dokumentiert. Die Publikation mit allen Ergebnissen der Forschungsarbeit soll Ende des Jahres 2012 veröffentlicht werden.

JAHR
2016
STATUS
ongoing